Die dunkle Seite der Banane

Die neuen Make Fruit Fair! Videos zeigen: In der konventionellen Bananenproduktion werden die Menschen und die Umwelt ausgebeutet!

Drei neue Filme der italienischen Make Fruit Fair! Partnerorganisation GVC präsentieren:

The Good, the Bad and the Ugly Bananen, die

Bananen-Horrogeschichte und

Die dunke Seite der Banane.

 

Eva Carazo und Xinia Briceño im Juni auf Vortragsreise in Deutschland.
BanaFair und Gäste Diskussionsforum Bad Hersfeld

Faire Preise und weniger Gift in der Fruchtproduktion: Aktivistinnen aus Costa Rica berichten in Deutschland über ihre Arbeit.

Auf Einladung von BanaFair und Oxfam waren Eva Carazo und Xinia Briceño im Juni auf Vortragsreise in Deutschland, um über die Auswirkungen der Ananasproduktion auf die Lebens- und Arbeitsbedingungen in den Anbaugebieten zu berichten. Eine neue Studie von Oxfam/Make Fruit Fair! belegt die Missstände im Ananasanbau in Costa Rica auf Zulieferer-Plantagen der vier großen Supermarktketten. Eva Carazo ist Mitautorin dieser Studie.

Verseuchung des Grundwassers führt zu Gesundheitsproblemen

„Die schlimmsten Probleme, die durch die Verseuchung des Grundwassers mit Agrarchemikalien entstehen, betreffen die Gesundheit. Fehlgeburten, schädliche genetische Mutationen bei Ungeborenen, Magen-Darm-Erkrankungen vor allem bei Kindern unter zehn Jahren, Hauterkrankungen und Todesfälle als Folge von Magenkrebs und Bauchspeicheldrüsenkrebs“, erklärt Xinia Briceño. Sie ist Leiterin der örtlichen Wassergenossenschaft und engagiert sich ehrenamtlich in verschiedenen Organisationen in der Gemeinde Milano, die sich für das Menschenrecht auf sauberes Trinkwasser und gegen die Ausweitung des Ananasanbaus einsetzen.

Seit 12 Jahren werden betroffene Gemeinde in den karibischen Anbaugebieten mit Trinkwasser aus Lastwagen versorgt.12.000 Liter alle zwei Tage für 1000 Familien. 27.000 Dollar pro Monat kostet es die Regierung, die Haushalte mit sauberem Wasser zu versorgen. Von diesem Geld könnte die Regierung auch neue Trinkwasserleitungen verlegen fordern die Anwohner/innen. Denn das angelieferte Wasser reicht nur zum Trinken und Kochen. Für alles andere sind die Menschen weiterhin auf das verseuchte Wasser aus dem Hahn angewiesen. Bisher musste kein Ananasunternehmen Schadensersatz zahlen. Die Unternehmen berufen sich auch auf fehlende wissenschaftliche Beweise für den Zusammenhang zwischen Pestizideinsatz und Gesundheitsproblemen. Im März 2015 trat Xinia im Namen der Opfer vor der interamerikanischen Menschenrechts- kommission auf, die seither über den Fall verhandelt.

Greenwashing im Supermarkt?

Eva Carazo hat als Mitglied des Forschungsteams Interviews mit 42 Arbeiter/innen sowie Regierungsvertretern, Umweltaktivist/innen, Vertretern des Verbandes der Ananasexporteure und Anwohner/innen der Plantagen geführt. „Wir haben herausgefunden, dass die Arbeits-, Umwelt- und sozialen Verhältnisse in der Produktion von Ananas in Costa Rica schlechter sind, als behauptet wird und dass die Ananas, die in Europa verkauft wird, nicht so nachhaltig und fair sind, wie sie hier vermarktet werden.“ Die Recherchen belegen, dass die größten Probleme wie die Pestizidbelastung und die Verletzung von Arbeitsrechten nicht gelöst werden. Prekäre Arbeitsverhältnisse und die Missachtung von Gewerkschaftsrechten gehören zum Alltag der Beschäftigten. Sie werden oft im Unklaren über ihre Rechte gelassen, Arbeiter/innen, die sich gewerkschaftlich engagieren, werden entlassen. In den Anbaugebieten im Norden werden viele Arbeiter/innen aus Nicaragua über Mittelsmänner beschäftigt, teilweise ohne Aufenthaltsgenehmigung. Sie erhalten die niedrigsten Löhne, haben oft nur mündliche Verträge, die für weniger als drei Monate gelten. Ungesicherte Arbeitsverhältnisse und fehlende Sozialversicherung sind die Folgen.

Die Aktivistinnen aus Costa Rica schließen sich daher auch den Forderungen der Make Fruit Fair! – Kampagne ausdrücklich an: Europäische Supermarktketten sind für die Situation mitverantwortlich und müssen menschenwürdige Arbeitsbedingungen und umweltverträgliche Anbaumethoden für ihre gesamte Produktpalette garantieren. Zudem müssen sie ihre Lieferanten fair behandeln und angemessene Preise zahlen, die die Kosten für nachhaltige Produktion decken.

Eva Carazo und Xinia Briceño haben auf ihrer Vortragsreise Multiplikator/innen des Fairen Handels und der Bildungsarbeit getroffen, Presseinterviews gegeben und auf Veranstaltungen gesprochen. Besonders beeindruckt waren sie von der Größe und Vielfalt der Fair-Handelsbewegung, die sie auf den Weltladen-Fachtagen in Bad Hersfeld kennen lernen konnten. Ihr Fazit: Nur durch gemeinsame Kampagnenarbeit kann ausreichend Druck erzeugt werden, um Regierungen in den Anbauländern und in Europa sowie Unternehmen des Lebensmitteleinzel-handels und Fruchtkonzerne zur Einhaltung von Menschen- Arbeits- und Umweltrechten entlang der gesamten Lieferkette zu verpflichten.

Fit für Fair?

Die europäischen Supermarktketten sind durch ihre Einkaufs- und Beschaffungspolitik für die Zustände in den Anbauländern mitverantwortlich. Die Macht in der Lieferkette, auch für dringend notwendige Verbesserungen, liegt in Händen der Supermärkte. Im Rahmen der Make Fruit Fair! - Kampagne fordern wir beispielhaft von Lidl:

  • Sicher zu stellen, dass Plantagenarbeiterinnen und Kleinbauern ein Einkommen haben, von dem sie sich und ihre Familien versorgen können.
  • Zu garantieren, dass die Gesundheit von Arbeiter/innen geschützt wird, besonders vor giftigen Pestiziden.
  • Zu gewährleisten, dass sich Plantagenarbeiter/innen in Gewerkschaften organisieren können.
  • Faire Preise an alle Lieferanten zu zahlen