Ernährungsprojekt UROCAL

Machala/Ecuador: Gesunde Ernährung und Fairer Handel vor Ort

Bananen und Kakao – wichtige Exportprodukte Ecuadors und auch die Einkommensgrundlage für die Bauernfamilien von UROCAL. Wie aber sieht die Grundnahrungsmittelversorgung in der Region aus? Die Sicherstellung und Verbesserung der Ernährungssituation ist seit langem ein Programmschwerpunkt bei UROCAL. In den vergangenen Jahren wurden eine Reihe von Schul- und Hausgärten angelegt, es gab gut besuchte Gesprächsrunden und Kurse zu Fragen der Ernährung und gesundem Kochen.

„Dabei geht es nicht nur um Lebensmittel und Essen. Wir haben die ganze Familie im Blick, um ihr Leben und ihre Gesundheit zu verbessern. Wer sich um gesundes Essen sorgt, der sorgt sich auch um vieles andere mehr“, erklärt Geoconda Mendieta, die für das Projekt verantwortlich ist. „Meistens sind die Frauen in den Familien für die Ernährung zuständig. Sie besorgen die Lebensmittel und bereiten sie zu. Deshalb beziehen wir Themen wie Gewalt in der Familie, Sexualkunde, Geschlechtergerechtigkeit, AIDS und Fragen der Organisation mit ein.“ Finanziert werden konnte diese Arbeit mit Mitteln von Brot für die Welt sowie aus den Mehrpreisen des Fairen Handels.

Ende 2012 trat UROCAL mit einem überraschenden Vorschlag an BanaFair heran: "Wir wollen auch ein Geschäft für Fairen Handel eröffnen!" UROCAL wollte einen Schritt weiter gehen, nicht nur für den Export produzieren, sondern den Bauernfamilien auch im Inland zu besseren Absatzmöglichkeiten und fairen Preisen verhelfen. "Wir wollen ein Geschäft in der Stadt eröffnen, eine "Tienda del Comercio Justo", wie Joaquín Vásquez, der Präsident von UROCAL, berichtete. "Damit unsere Bauern nicht nur für die BanaFair-Bananen, sondern auch für ihr anderes Obst und Gemüse, für alles, was sie auf ihrem Acker anbauen, bessere Vermarktungschancen haben. Und die Stadtbevölkerung kann gesunde Nahrungsmittel kaufen."  In 2014 ist der Laden Wirklichkeit geworden. UROCAL nennt ihn stolz „El Arbolito“ (Das Bäumchen). Er ist gleichzeitig auch Anlaufstelle, damit UROCAL über seine Arbeit und Ziele zum Wohle der Bauern informieren kann, eine Idee, die mit dem Konzept der deutschen Weltläden und dem Kern der Bio-Bewegung vergleichbar ist.

Mit dem Betrieb des Ladens in der Provinzhauptstadt Machala leistet der Bauernverband UROCAL Entwicklungsarbeit für den fairen Handel im Süden Ecuadors und bietet eine praktische Alternative zum zentralisierten, konventionellen Lebensmittelhandel. Die städtischen Kunden bekommen auf direktem Weg die Erzeugnisse aus biologischer Landwirtschaft von Bauernfamilien der umliegenden Landgemeinden geliefert. Der preistreibende, spekulative Zwischenhandel unterbleibt. Kund/innen und Produzent/innen erleben durch die faire Preisgestaltung und die gesunde Qualität die Vorteile der Direktvermarktung von Erzeugnissen aus ökologischer und sozial bewusster Landwirtschaft. UROCAL fördert damit auch die Kenntnisse über den Fairen Handel, in dem Bäuerinnen und Bauern dieselben Chancen haben, ihren Absatz zu stabilisieren und zu steigern. Der Laden bietet frische Produkte im Thekenverkauf und einen Lieferservice ins Haus für Früchte und Gemüsekisten im Abonnement an. Die direkte, faire Lieferkette vom Land in die Stadt mit begleitenden Informationen zu bewusstem Konsum und nachhaltiger Landwirtschaft ist ein Pionierbeitrag für mehr Ernährungssicherheit und Souveränität.

BanaFair fördert das Ladenprojekt von UROCAL 2013-2016 mit insgesamt 30.850 Dollar.
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